Spaziergänge

Die Wege, Routen und Parcours der Besucher_innen kreuzen und verflechten sich, wenn sie sich auf die Spuren von Annemarie und Lucius Burckhardt (1930–2012; 1925–2003) und ihrer Methode der Spaziergangswissenschaften begeben. Ihre unkonventionelle Praxis und Gedanken zur Stadt- und Landschaftsplanung in Kassel waren ein Ausgangspunkt, um über das Gehen nachzudenken. Bei einem Spaziergang mit einem Mitglied des documenta 14 Chors können die Besucher_innen ihre eigenen Perspektiven einbringen, hinterfragen und miteinander ins Gespräch kommen, während sie die Ausstellung entdecken und enträtseln.

Spaziergang: Von der Neuen Neuen Galerie (Alten Neuen Hauptpost ) zur Gottschalkhalle


Beginn
Shop Neue Neue Galerie (Neue Alte Hauptpost), Untere Königsstraße 95, 34117 Kassel, Zugang über Gießbergstraße


Ende
Gottschalkstraße 22, 34127 Kassel

Die Neue Hauptpost, von der documenta 14 in Neue Neue Galerie umbenannt, wurde 1975 in ihrer brutalistischen Architektur als Hauptpost und Briefzentrum von Kassel eröffnet. Viele der hier ausstellenden Künstler_innen arbeiten mit der Achse zwischen Kassel und Athen als Start- und Ankunftspunkte. Ihre Werke befassen sich mit der Arbeit von Verteilung und Verbreitung – per Post, zu Pferd, durch Körper oder Rituale.
Der Spaziergang führt von der Neuen Neuen Galerie weiter zur Gottschalkhalle, die zu einer der zwei ältesten und prominentesten Industriedynastien der Stadt gehört: Henschel & Sohn und Gottschalk & Co. Während einige der hier gezeigten Arbeiten auf die Geschichte der Gottschalkhalle Bezug nehmen, stellen hier auch Künstler_innen aus, die sich mit Themen wie Vertreibung und Migration auseinandersetzen.

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Spaziergang: Fridericianum


Beginn und Ende
Shop Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel


Die Ausstellung im Fridericianum zeigt erstmals die Sammlung des Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST). Das EMST ist eine der zentralen Spielstätten der documenta 14 in Athen. Dessen junge Sammlung (aufgebaut seit 2000) umfasst rund 1.100 Werke griechischer und internationaler Künstler_ innen von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Die Präsentation der Werke stellt die Sammlung des EMST der Geschichte des Fridericianum gegenüber – Geburtsort der documenta und erstes öffentliches Museum in Kontinentaleuropa. Sie teilen neue Geschichten, während sie die vorherrschenden Geschichten infrage stellen. Es entsteht ein Kommentar zur komplexen Geschichte des heutigen Griechenlands und eine neue Interpretation des traditionellen Herzstücks der documenta.

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Spaziergang: Von der documenta Halle zum Friedrichsplatz


Beginn
Shop an der documenta-Halle, Du-Ry-Straße 1 / am Friedrichsplatz, 34117 Kassel


Ende
Du-Ry-Straße 1 / am Friedrichsplatz, 34117 Kassel


Bei ihrer Eröffnung 1992 anlässlich der documenta 9 verglich der damalige künstlerische Direktor Jan Hoet die documenta Halle mit der Akropolis, um den Stolz der Kasseler Bürger_innen über diesen jüngsten Neuzugang zu ihrer Stadt anzuregen. Heute, 25 Jahre später, steht der documenta Halle der Parthenon der Bücher von Marta Minujín gegenüber, ein Monument gegen Zensur und für die Freiheit der Gedanken. In der documenta Halle befindet sich eine Gruppe von Werken, die sich mit Konzepten von Partitur und Notation einerseits und der tatsächlichen Aufführung andererseits beschäftigen. In diesem Spaziergang nimmt der Chor die Linienführung in der Architektur zum Anlass, auf die Bewegungen des Körpers, auf das Gehen selbst, auf Rhythmus und Stimme einzugehen.

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Spaziergang: Von der Neuen Galerie zum Palais Bellevue (Schönen Aussicht)


Beginn
Neue Galerie, Schöne Aussicht 1, 34117 Kassel


Ende
Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel


Fragen von Nationalstaat und Zugehörigkeit, aber auch von Zerstreuung und Verlust bestimmen den Ton der gesamten Neuen Galerie, die als Erinnerungsort der documenta 14 fungiert. An diesem Ort wird das Vermächtnis Arnold Bodes, des Gründers der documenta, heraufbeschworen und diskutiert.
Die Geschichte des Gurlitt-Nachlasses dient als eines der wichtigsten Ordnungsprinzipien der Neuen Galerie. Sie stellt Fragen nach der Kunstproduktion unter totalitärer Kontrolle sowie der Beziehung des Museums zur Geschichte kolonialer Eroberung. Im Zentrum stehen Themen wie Plünderung, Besitz und Enteignung sowie die Verstrickung von Kunst, Politik und Wirtschaft.
Gegenüber der Neuen Galerie prägen Erinnerungen an gewaltsame Konflikte die Präsentation von Arbeiten im Palais Bellevue. Es entsteht ein markanter Kontrast zur idyllischen Landschaft der Umgebung an der ‚Schönen Aussicht’.

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